Schalldämpfer technisch und funktionell gesehen.

Nachdem Schalldämpfer in immer mehr Bundesländern Deutschlands erlaubt sind und seit Januar 2019 auch in Österreich kein Tabu mehr sind häufen sich die Fragen technischer und funktioneller Art.

Mein letztes Weitschuss-Seminar habe ich im Tschechischen Střelná gegeben. Die Waffen- und Munitionsfabriken ZVI hat dort, malerisch in den Bergen gelegen, einen tollen 2000m Schießstand auf dem man vieles ausprobieren kann. Bei dem jagdlichen Seminar waren Distanzen zwischen 50 und 500m geplant. Wir wollten komplizierte Schüsse trainieren. Viele der Teilnehmer waren aus Österreich mit ihren neuen Schalldämpfern angereist und so kamen schnell Fragen auf, die immer wieder gestellt werden. Einige dieser Fragen möchte ich hier kurz erörtern:

Welche Arten von Schalldämpfern gibt es?

Derzeit gibt es drei Arten von Schalldämpfern auf dem Markt. Wer sich mit Waffentechnik ein bisschen auskennt wird den Aufschraub-Schalldämpfer (Screw-on-suppressor) schnell erkennen.
Der Schalldämpfer mit Gewinde
läßt sich auf einen Lauf mit Gewinde schnell aufschrauben. Jeder Büchsenmacher kennt sie und hat verschiedene Ausführungen am Lager. Die einzigen Bedingungen, die erfüllt sein müssen sind eine Waffe deren Lauf ein Gewinde hat, der passende Kaliberdurchmesser und die eingravierte Seriennummer, die in der WBK Eingetragen wird. Dieser Typ wird in großen Stückzahlen seit ca. 1980 gefertigt.
Der Schalldämpfer mit Schnellverschluss
nutzt einen Adapter oder eine spezielle Mündungsbremse auf dem Laufende. Es gibt sie mit und ohne Verriegelung.
Der Integralschalldämpfer
ist relativ neu. Die erste integral gedämpfte Waffe habe ich Ende 2015 gesehen. Die Schalldämpfungstechnologie wird hierbei direkt in den Lauf integriert. Lauf und Schalldämpfer sind ein Teil. Wenn Sie sich für diesen Typ entscheiden müssen Sie entweder eine integral schallgedämmte Waffe kaufen oder Ihre bestehende Waffe mit einem integral gedämpften Lauf ausrüsten lassen. Die Idee eines integral gedämpften Gewehrlaufes findet vor allem in den USA immer mehr Interessenten.

Im Deutschsprachigen Raum springen sowohl die Blaser GmbH als auch die Steyr Arms GmbH auf diesen zug auf. Sowohl die Blaser R8 Silence als auch die Steyr Breeze sind keine rein integralgedämpfte Waffen. Beide Hersteller gehen einen Mittelweg und bieten extrem kurzläufige Waffen an über deren Lauf auf ganzer Länge ein over-barrel-Schalldämpfer gestülpt wird. Der eigentliche Lauf der Blaser R8 Silence ist 42cm und der der Steyr Breeze sogar nur 40,7 cm (bei Kaliber .308 Winchester). Mit aufgeschraubtem Schalldämpfer sind die Waffen dann (wie gewohnt) 115 bzw. 117 cm lang.

Vorteile

  • Der “Standard-Schalldämpfer” mit Gewinde ist überall zu bekommen, weit verbreitet und leicht zu reinigen. Auch für Aufschraub-Schalldämpfer gibt es mittlerweile Multikaliber-Schalldämpfer, wie den Nielsen Sonic Ghost 50, die auf mehreren Waffen, mit unterschiedlichen Kalibern, geschossen werden können.
  • Der Schnellverschluss hat den Vorteil, dass man den Schalldämpfer problemlos von einer zur anderen Waffe wechseln kann (wenn beide Waffen einen Adapter montiert haben). Man sieht oft Schützen, die einen .308 Win Schalldämpfer mit Schnellverschluss auf eine .223 Rem wechseln. Der zweite Vorteil ist die Verriegelung die verhindert, dass sich der Schalldämpfer löst wenn er warm wird (z.B. beim Training im Schießkino).
  • Die integral schallgedämpfte Waffe hat den Vorteil, dass die Wärme gleichmäßig und gut abgeführt wird und der Schalldämpfer auch bei kleinen Zielfernrohr Vergrößerungen von < 4x nicht stört. Außerdem bringt er kein eventuell störendes extra-Gewicht an die Mündung der Waffe und stört dadurch weniger.
  • Im Allgemeinen verbessern Schalldämpfer die Treffsicherheit von Waffe und Schützen (technisch und psychologisch). Technisch gesehen entstehen an der Mündung weniger Wirbel, die die Flugbahn des Geschosses beeinflussen und psychologisch gesehen hat man erheblich weniger Rückstoß und weniger Beeinträchtigung durch den Schussknall. Dadurch “muckt” man weniger.

Nachteile

  • Im allgemeinen haben alle Typen von Schalldämpfern den Nachteil, dass die Waffe schwerer wird. Vor allem die an der Mündung montierten Aufschraub- und Schnellverschluss-Schalldämpfer machen die Waffe etwas Kopflastig. Um dem entgegen zu wirken gibt es eine Ausführung als “over-Barrel”-Schalldämpfer, dessen Gewinde (oder Schnellverschluss) im nicht am Ende sondern im inneren des Schalldämpfers liegt. Bei so einem Schalldämpfer muss das Korn auf jeden Fall entfernt werden.
  • Der Integralschalldämpfer bzw. die integral Schallgedämpfte Waffe hat darüber hinaus den Nachteil, dass ich mit der Waffe nicht in (Bundes)-Ländern zur Jagd gehen darf in denen die Jagd mit Schalldämpfern verboten ist. Ein weitere Nachteil ist, aus meiner Sicht, die Tatsache, dass man sich technisch festlegt. Wenn in einigen Jahren bessere oder andere Schalldämpfungstechnik entwickelt wird kann man nicht umsteigen
  • Die Waffe verschmutzt beim schießen mit Schalldämpfer stärker. Das liegt daran, dass sich im Schalldämpfer druck aufbaut, der nach dem Durchgang des Geschosses nach vorn abgeleitet wird. Durch diesen Staudruck verbleibt auch etwas mehr Pulverdampf im Lauf.

Macht es nur noch “piff” wenn ich mit Schalldämpfer schieße?

Ganz so wie im Film ist es nicht. Das liegt daran, dass sich der Schuss eigentlich aus zwei Knallgeräuschen zusammen setzt. Zum einen haben wir den Mündungsknall. der entsteht dadurch, dass sich die Gase (die das Geschoss antreiben) an der Mündung schlagartig ausdehnen und einen explosionsartigen Knall erzeugen. Dieses Geräusch kann man mit dem Schalldämpfer beeinflussen. Der zweite Knall entsteht dadurch, dass das Geschoss mit Überschallgeschwindigkeit fliegt. Wie der Knall eines Kampfjets, der im Flug die Schallmauer durchbricht. Diesen Überschall-Knall kann der Schalldämpfer nicht beeinflussen. Er ist übrigens die lautere Komponente des Schussknalls.

So leise, wie im Film wird es nur mit Schalldämpfer und Unterschall-Munition. Die hat aber so wenig Energie, dass man damit nicht auf Schalenwild schießen darf.

Kann man mit Schalldämpfer ohne Gehörschutz schießen?

Ein Schalldämpfer muss den Schalldruckpegel um mindestens 20 dB(A) mindern. Dazu muss man wissen, dass eine Minderung um 6 dB(A) schon eine Halbierung der Lautstärke bedeutet. Zum besseren Verständnis hier ein paar Beispiele:

In einem ruhigen Zimmer hat man einen Schalldruckpegel von 20-30 dB(A)
Ein normales Gespräch hat 40-60 dB(A)
Der Fernseher in Zimmerlautstärke hat 60 dB(A)
Eine Hauptverkehrsstraße 80-90 dB(A)
In der Disco (im Club) herrscht Presslufthammer Lautstärke von 100 dB(A)
Ein Verkehrsflugzeug in 30m Entfernung hat 110-120 dB(A)
Und ein Gewehrschuss im Kaliber .308 Winchester ca. 160 dB(A)

Gehörschäden treten bei kurzfristiger Einwirkung eines Schalldruckpegels ab 120 dB(A) auf und die Schmerzschwelle liegt zwischen 130 und 140 dB(A).

Wenn der Schalldämpfer den Schalldruck also um 23 dB(A) senkt, was die meisten Schalldämpfer schaffen, dann tut es beim Schießen nicht mehr in den Ohren weh. Allerdings besteht immer noch die Gefahr von Gehörschäden. Der Jagdhund, der unter der Kanzel sitzt ist vermutlich dann schon weit genug entfernt um keine Schäden mehr davon zu tragen.

Wie schwer ist ein Schalldämpfer

Vor 15 Jahren wurden Schalldämpfer aufgrund der “Richtlinie 2003/10/EG des Europäischen Parlaments und des Rates” in England und einigen (wenigen) anderen Ländern als Bestandteil des Gesundheitsschutzes erlaubt. Damals hatten Schalldämpfer ein durchschnittliches Gewicht von 650g. Heute gibt es Schalldämpfer für Großkaliberwaffen mit weniger als 200g.

Wird das Mündungsfeuer reduziert?

Ja, sogar sehr stark. In fast allen Fällen ist kein Mündungsfeuer mehr durchs Zielfernrohr zu sehen.

Stört der Schalldämpfer im Bild der Optik?

Ein Schalldämpfer mit einem Durchmesser von 50mm ist bei einer Vergrößerung von 4fach oder mehr nicht mehr im Zielfernrohr zu sehen.

Verändert sich die Treffpunktlage beim Schießen mit Schalldämpfer?

Mir ist bisher nur ein einziger Fall bekannt bei dem sich die Treffpunktlage nicht verändert hat. In den meisten Fällen verändert sie sich zischen 2 und 10 cm. Dickere Läufe und leichte Schalldämpfer verändern die Treffpunktlage weniger als dünne Läufe mit schwere Schalldämpfern. Den Schalldämpfer abzunehmen und neu Aufzusetzen ändert die Treffpunktlage nicht.

Wie funktioniert eigentlich ein Schalldämpfer?

Das Prinzip ist eigentlich einfach. Die an der Mündung austretenden Gase werden in den Dämpfer geleitet und gehen zunächst in die Expansionkammer in der sie sich ausbreiten können. Anschließend werden sie in unterschiedlich gestalteten Kammern gebremst bevor sie, erheblich langsamer, vorn austreten.

Wie lange hält ein Schalldämpfer?

Keine Ahnung! Ein Stahl-Schalldämpfer hält vermutlich länger als ein Aluminium Schalldämpfer. Ich selbst habe mit einem Alu-Schalldämpfer mittlerweile mehr als 2000 Schuss geschossen. Es sind leichte Abnutzungen durch die heißen Gase zu sehen. Die sind aber kaum messbar.

Geht der Schalldämpfer kaputt wenn man zu schnell hintereinander schießt?

Jagdliche Schussfolgen sind für einen (Aluminium) Schalldämpfer kein Problem. Auch im Schießkino habe ich noch einen Schalldämpfer gesehen, der aufgrund einer zu schnellen Schussfolge kaputt gegangen ist. Auf einem militärischen Versuchsgelände haben wir einmal einen Schalldämpfer bewusst zerstört. Er hat 100 Schuss innerhalb von fünf Minute ausgehalten bevor er auseinander gerissen ist.
Im Schießkino sieht man beim “Dauerfeuer” irgendwann ein starkes Flimmern, das von der Wärme des Schalldämpfers kommt. Um das zu mindern gibt es Schutzhüllen.

Wird meine Waffe mit Schalldämpfer Kopflastig?

Diese Frage wird sehr oft gestellt. Meistens im Zusammenhang damit ob der Schalldämpfer bei der Drückjagd hinderlich ist. Eine klassische Jagdwaffe wiegt mindestens 3,5 Kg dazu kommt die Optik mit 300-600g die recht weit hinten sitzt. Ein Schalldämpfer bringt meist deutlich weniger als 400g an die Mündung.
Der Eine sagt, dass er dadurch besser “durchschwingen” kann und den Anderen stört es. Beim Ansitz ist der Schalldämpfer nicht störend und wen es bei der Drückjagd stört, der kann sich seinen Lauf etwas kürzen lassen und kompensiert damit das zusätzliche Gewicht.

Muss man einen Schalldämpfer reinigen?

Waschen Sie ihr Auto? Ja! Reinigen Sie ihre Waffe? Sagen Sie jetzt nicht nein! Fakt ist: Waffe und Schalldämpfer brauchen Pflege. Pulverrückstände setzen sich im inneren des Schalldämpfers ab und sollten gelegentlich entfernt werden. Der Putzstock oder eine Reinigungsschnur sind gute Werkzeuge. Wenn man den Schalldämpfer zerlegen kann dann kann man die Einzelteile auch mit einer Bürste reinigen. Der Büchsenmacher hat meistens ein Ultraschallgerät um Schalldämpfer zu reinigen. Eine leichte Schicht an Rückständen kann, genau wie etwas Öl, die Dämpfungswirkung sogar noch verbessern.

Reagiert das Wild auf einen schallgedämpften Schuss anders?

Definitiv Ja! Da die Komponente des Mündungsknalls fehlt bzw. enorm reduziert ist kann das Wild die Richtung aus der der Schuss gekommen ist nicht wahrnehmen. Dadurch ändert sich oft die Fluchtrichtung. Vor allem bei Rotwild habe ich beobachtet, dass es sogar in Richtung des Schützen flüchtet.

Habe ich noch Fragen unbeantwortet gelassen?

Ich ergänze diesen Beitrag gern. Mitglieder unseres Hegeringes können die Kommentarfunktion nutzen alle anderen bitte ich um eine persönliche Nachricht.

Waidmannsheil
  Florian Schäfer

Kitzrettung bei der Frühmahd

Die Natur erwacht. Die Wiesen werden grün und die Energiepflanzen, wie z.B. der Grünroggen sind auch bald bereit das erste Mal gemäht zu werden. Die Frühmahd fällt aber, wie immer, in die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere. Die Tiere ducken sich im hohen Grün. Sie versuchen sich gut zu tarnen und die Elterntiere versuchen die Aufmerksamkeit von Feinden auf sich zu lenken. Das funktioniert prima beim Wolf, beim Fuchs und auch bei Raubvögeln, der “Luftwaffe”. Wenn die Mähmaschine kommt ist dieses Verhalten aber kontraproduktiv.

Wir Jäger, als einzige staatlich geprüfte Naturschützer, sind hier als koordinierende Instanz gefragt. Absolut JEDER kann helfen. Liebe Lehrerinnen und Lehrer mit Euren Schulklassen, liebe Kindergartengruppen, wenn Ihr zu Kitzrettern werden wollt, dann wendet euch an uns wir organisieren das.

Liebe Landwirte: Bitte nennt uns die Termine wenn es an die Maht geht rechtzeitig damit wir vorher Maßnahmen ergreifen können.

Bewährte Maßnahmen um das Leben der Wildtiere zu schützen sind z.B. das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden. Flatterbänder, knisternde Tüten aber auch das Aufstellen von Radios am Vorabend haben sich bewährt. Die Elterntiere holen ihre Jungen, die im Feld versteckt liegen dann im Schutz der Nacht an einen anderen sicheren Platz. Wenn die Witterung es zulässt können wir die Felder auch mit Drohnen abfliegen um Kitze zu finden.

Eine Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit verspricht auch Erfolge bei der Rettung von Gelegen der Wildvögel und sogar auch von Rehkitzen die sich instinktiv ducken.

Tick-Tack bald ist Neujahr: Jagdschein verlängern!

Am 1. April beginnt das neue Jagdjahr. Es ist also höchste Zeit zu überprüfen ob der Jagdschein verlängert werden muss.

Ein gültiger Jahresjagdschein ist das Bedürfnis für den Besitz von Waffen und gleichzeitig die Berechtigung Langwaffenmunition zu besitzen. Ein fehlendes Bedürfnis kann zum Widerruf der WBK führen.

Wer den Antrag auf Verlängerung des Jagdscheines noch nicht gestellt hat, sollte dies unbedingt in den nächsten Tagen nachholen. Die Zuverlässigkeitsprüfung wird nur in wenigen Bundesländern automatisch angestoßen und so dauert es in Niedersachsen nach Antragstellung einige Wochen bis der Jagdschein verlängert wird.

ASP: Ausgleichszahlungen für Jäger zur Absenkung der Schwarzwildbestände

Vor dem möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) möchte das Land Niedersachsen die Schwarzwildbestände präventiv so weit absenken, dass die Ausbreitung der Krankheit möglichst unterbunden wird. Für den entstandenen Mehraufwand gewährt das Land finanzielle Unterstützung für Jagdausübungsberechtigten und Hundeführer.

Antragsberechtigt ist der Jagdausübungsberechtigte, also der Revierpächter. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen übernimmt die Antragsbearbeitung und Auszahlung des Geldes. Anders als bei anderen Subventionen ist kein Antrag vor Beginn der Maßnahme erforderlich. Die Möglichkeit, Aufwand geltend zu machen, gilt für alles erlegte oder gefundene Schwarzwild seit 1.4.2018.

Konkret werden die folgenden Maßnahmen gefördert:

  • Suchen und Beproben von Fallwild und von schwerkrankem Schwarzwild.
  • Mehrabschuss von Schwarzwild aller Altersklassen.
  • Einsatz von Jagdhunden bei revierübergreifenden Drückjagden.

Die Höhe der Entschädigung beträgt 50 Euro pro Stück Schwarzwild. Voraussetzung ist allerdings, dass die Strecke im jeweiligen Revier höher ist als im Durchschnitt der vergangenen drei Jagdjahre 2014/15, 2015/16 und 2016/17. Die Antragstellung ist vom 1. April bis 31. Mai für das vorangegangene Jagdjahr möglich.

Der Antrag ist an folgender Stelle einzureichen:

Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Regionalstelle Uelzen
Wendlandstraße 10
29525 Uelzen

Zuständig ist:
Herr Erich Knüppel 05841-6320 Erich.Knueppel@lwk-niedersachsen.de
Herr Peter Lux 0581-94639-35 Peter.Lux@lwk-niedersachsen.de

Das Antragsformular steht im Download-Bereich

Für alle, die es genau wissen wollen hier die zum Antrag gehörende Verwaltungsvorschrift_ASP.

Schalldämpfer auf Jagdwaffen – Aktuelle Tabelle

Da es einige Änderungen im Bezug auf die Genehmigung und Nutzung von Schalldämpfern auf Jagdwaffen gegeben hat möchte ich an dieser Stelle noch einmal zusammenfassen.

Zuständig für die Genehmigung ist die Waffenbehörde des jeweiligen Wohnsitzes. Die Praxis hat gezeigt, dass bei einem Umzug in ein Bundesland mit einem sachlichen Verbot von Schalldämpfern in der Regel eine bereits (in einem anderen Bundesland) erteilte Genehmigung nicht widerrufen wird.

Diese Tabelle findet Ihr auch im Download. Ich versuche sie bei Änderungen jeweils zeitnah aktuell zu halten.

Stand: Ende Februar 2019

In den einzelnen Bundesländern ist:

Bundesland Erwerb Jagdliche Nutzung
Baden-Württemberg Erlaubnis zum SD-Erwerb wird erteilt.

Voreintrag erforderlich.

in WBK eingetragene SD dürfen verwendet werden.
Bayern Sachliches Verbot.

Es gibt eine Ausnahmeregelung

in WBK eingetragene SD dürfen verwendet werden. Ausnahmegenehmigung erforderlich.
Berlin Sachliches Verbot. Nutzung verboten.
Brandenburg Erlaubnis zum SD-Erwerb wird erteilt. in WBK eingetragene SD dürfen verwendet werden.
Bremen Sachliches Verbot. Nutzung verboten.
Hamburg Sachliches Verbot. Nutzung verboten.
Hessen Erlaubnis zum SD-Erwerb wird erteilt. in WBK eingetragene SD dürfen verwendet werden.
Mecklenburg-Vorpommern Erlaubnis zum SD-Erwerb wird derzeit nicht erteilt. Dämpfung von mehr als 20dB muss nachgewiesen werden. Voreintrag erforderlich. in WBK eingetragene SD dürfen verwendet werden.
Niedersachsen Sachliches Verbot. Es gibt eine Ausnahmeregelung in WBK eingetragene SD dürfen verwendet werden.
NRW Erlaubnis zum SD-Erwerb wird erteilt. in WBK eingetragene SD dürfen verwendet werden.
Rheinland-Pfalz Erlaubnis zum SD-Erwerb wird erteilt.

Voreintrag erforderlich.

in WBK eingetragene SD dürfen verwendet werden.
Saarland Erlaubnis zum SD-Erwerb wird erteilt.

Voreintrag erforderlich.

in WBK eingetragene SD dürfen verwendet werden.
Sachsen Erlaubnis zum SD-Erwerb wird erteilt.

Voreintrag erforderlich.

in WBK eingetragene SD dürfen verwendet werden.
Sachsen-Anhalt Sachliches Verbot. Nutzung verboten.
Schleswig-Holstein Erlaubnis zum SD-Erwerb wird erteilt.

Nur für Waffen mit schalenwildtauglichem Kaliber.

Voreintrag erforderlich.

in WBK eingetragene SD dürfen verwendet werden.
Thüringen Sachliches Verbot. Nutzung verboten.

Der Wolf: Die Geister, die ich rief…

Der Wolf gehört in unsere Kulturlandschaft: Ja!
Der Wolf konnte in Deutschland wider angesiedelt werden: Prima!
Aus “der Wolf” wird ganz schnell “die Wölfe”: Oops… Plural? Viele?

Genau wie Hunde werfen Wölfe zwei Mal pro Jahr. Ein Wurf besteht aus ein bis elf, in der Regel vier bis sechs Welpen. Die Mortalität ist allerdings hoch (ca. 50%), vor allem in den ersten zwei Lebensjahren. Die wichtigsten natürlichen Sterblichkeitsfaktoren sind Verletzungen durch Kämpfe mit rudelfremden Wölfen, Verkehrsunfälle und Verhungern (auf die internationale Wolfspolulation bezogen).

Ein Rudel besteht aus den Elterntieren, den Nachkommen des Vorjahres und den Welpen des aktuellen Jahres. Also aus etwa 11 Tieren. Laut DBBW, der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf, gab es im Monitoringzeitraum 2018/2019 Deutschlandweit 58 Rudel, 2 Paare und 4 terretoriale Einzeltiere. In 58 der 64 Territorien wurde Reproduktion bestätigt, mit insgesamt 212 Welpen.

Von diesen 212 Welpen stirbt die Hälfte. Es entstehen also 53 Paare, die wiederum je ca. 6 Welpen zu Welt bringen…

FDP und AFD haben diesen Zusammenhang beide erkannt und in den Drucksachen 19/594 und 19/584 konsequenzen gefordert.

Die FDP fordert:

  1. einen Gesetzesentwurf vorzulegen, in dem der Wolf als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz aufgenommen wird;
  2. sich auf europäischer Ebene für die Aufnahme des Wolfes in Anhang V der FFHRichtlinie einzusetzen, damit der Wolf in die Verordnung über die Jagdzeiten entsprechend aufgenommen werden kann;
  3. einheitliche Standards für ein bundesweites Wolfsmanagement und Wolfsmonitoring zu schaffen;
  4. zusätzliche finanzielle Mittel für die Schadensprävention und Wolfsgeschädigte bereitzustellen.

Die AFD fordert:

  1. Ein Projekt zur Neufestlegung des Status der in Deutschland lebenden Wölfe und Wolfsmischlinge zu initiieren. Es soll untersucht werden, ob die Tiere der Unterart Canis Lupus Lupus angehören oder anderen Unterarten bzw. Mischlingen, die keinen Schutzstatus haben;
  2. den Erhaltungszustand der Tierart Wolf darzulegen und eine Aktualisierung der Habitatanalyse für Deutschland vorzunehmen, wie es die Umweltministerkonferenz im November 2017 forderte;
  3. bis zur Feststellung einer eindeutigen Zuordnung zu der Unterart (bzw. Rasse)sollen Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren und Menschen ergriffen werden
    • Man denkt an konsequentere Umsetzung bestehender Gesetze, Schaffung zusätzlicher gesetzlicher Grundlagen im Naturschutz und im Jagdrecht und man möchte eine Obergrenze der Population festlegen, wie vom LCIE (Large Carnivore Initiative Europe) gefordert.
  4. zusätzlich sollen Ziele definiert werden, die die Rechtssicherheit im Umgang mit Wolfspopulationen regeln.

Beide Anträge wurden in der gestrigen Sitzung des Bundestages abgelehnt (Siehe Drucksache 19/3034).

Obwohl sich die Forderungen der beiden Anträge ähneln lehnt die AFD den Antrag der FDP und umgekehrt auch die FDP den Antrag der AFD ab. Die anderen Parteien sind sich bei der Ablehnung beider Anträge einig.

Der Wolf kommt also vorerst weiterhin nicht ins Jagdrecht.

Pächter verstorben: Was passiert mit dem Pachtvertrag und den anderen Jägern im Revier?

Den Umgang mit dem Pachtvertrag nach dem Tod einer Pächterin oder eines Pächters regelt das jeweilige Landesjagdgesetz. Ich möchte hier kurz die Rechtslage in Niedersachsen und Mecklenburg Vorpommern nennen, da unser Hegering ja direkt an Mecklenburg Vorpommern angrenzt und der eine oder Andere vielleicht auch ein Revier jenseits der Grenze hat:

Im Niedersächsischen Jagdgesetz (NJagdG) in der Fassung mit letzter Änderung vom 25.10.2018 ist in §21 – “Tod einer Jagdpächterin oder eines Jagdpächters, Erlöschen des Jagdpachtvertrages” folgendes geregelt:

(1) 1- Der Jagdpachtvertrag erlischt am Ende des ersten nach dem Tod der Pächterin oder des Pächters beginnenden Jagdjahres, soweit nichts anderes vereinbart ist.
(1) 2- Die Erbinnen und Erben haben der Jagdbehörde zu benennen, wer in dem gepachteten Jagdbezirk anstelle der verstorbenen Person jagdausübungsberechtigt sein soll.
(1) 3- Die benannten Personen müssen einen Jahresjagdschein besitzen.
(1) 4- Gehören die benannten Personen nicht zu den Erbinnen und Erben, so müssen sie außerdem bereits vorher während dreier Jahre in Deutschland einen Jagdschein besessen haben.
(1) 5- Im Übrigen gilt § 10 Abs. 1 Satz 2 entsprechend.

In Niedersachsen erlischt der Pachtvertrag also zwingend zum 31. März des Jahres nachdem der Pächter verstorben ist. Bis dahin können die Erben eine andere Person benennen, die Jagdausübungsberechtigt ist.

Besteht der Jagdpachtvertrag mit mehreren Pächtern so gilt hier §13a BJagdG “Rechtsstellung der Mitpächter” der besagt: Sind mehrere Pächter an einem Jagdpachtvertrag beteiligt (Mitpächter), so bleibt der Vertrag, wenn er im Verhältnis zu einem Mitpächter gekündigt wird oder erlischt, mit den übrigen bestehen…

Der Pachtvertrag geht also zum 1. April des Jahres nachdem der Pächter verstorben ist zu 100% auf die Mitpächter über. Im Pachtvertrag können Abweichende Regelungen, wie z.B. eine Erbfolge vereinbart werden.


In Mecklenburg Vorpommern sieht es ähnlich aus. § 14 LJagdG regelt den “Tod des Jagdpächters”.

(1) Stirbt der Pächter vor Ablauf der Pachtzeit, so haben seine Erben der Jagdbehörde die jagdausübungsberechtigten Erben unter Beachtung des § 11 Abs. 2 zu benennen. Ist keiner der Erben jagdausübungsberechtigt, so haben die Erben der Jagdbehörde eine jagdpachtfähige Person (§ 11 Abs. 5 des Bundesjagdgesetzes) zu benennen.
(2) Wird innerhalb einer den Erben gesetzten angemessenen Frist keine geeignete Person benannt, so kann die Jagdbehörde die zur Ausübung und zum Schutze der Jagd erforderlichen Maßnahmen auf Kosten der Erben selbst treffen. In diesem Fall erlischt am Ende des ersten nach dem Tode des Jagdpächters beginnenden Jagdjahres der Pachtvertrag.
(3) Bei mehr als einem Pächter eines Jagdbezirkes gelten die untereinander getroffenen Regelungen; fehlen solche, gelten die Absätze 1 und 2 entsprechend.

Anders als in Niedersachsen endet der Pachtvertrag für die Erben in MV nicht automatisch zum 31. März des Jahres nachdem der Pächter verstorben ist. Wenn die Erben einen Nachfolger benennen können, der in den Pachtvertrag eintritt dann läuft der Vertrag weiter. Nur wenn die Erben niemanden benennen endet der Pachtvertrag.

In beiden Bundesländern kann man Vertraglich festhalten, was im Fall des Ablebens eines Pächters passieren soll. Wurde von der Pächterin oder dem Pächter ein Jagdaufseher eingesetzt so kann dieser die Aufgaben des Pächters bis zur Benennung eines Nachfolgers erfüllen.

Jäger verstorben: Schwerer B Waffenschrank jetzt nur noch Schrott?

Zum Nachlass eines Jägers gehören seine Waffen und ein Waffenschrank. In den meisten Fällen dürfte das ein Waffenschrank nach VDMA 24992 A oder B bzw. ein A-Schrank mit B-Innenfach sein. Der berechtigte Erbe, der die Waffen übernimmt, darf einen solchen Schrank nicht weiter zur Aufbewahrung seiner Waffen (also auch nicht der Waffen aus dem Nachlass) verwenden. Der Grund dafür ist die Waffenrechtsreform, die am 6. Juli 2017 offiziell in Kraft getreten ist. Mit dieser Gesetzesänderung werden nur noch Waffenschränke mit mindestens Grad 0/N nach DIN EN 1143-1 neu zugelassen. Der Erwerb der Waffen aus dem Nachlass ist ein üblicher Erwerb und der Schrank würde als Neuzulassung zählen.

Ein schwerer B-Schrank kann nun aber von der Qualität deutlich besser sein als ein Grad 0 Schrank. Das interessiert die Waffenbehörde aber nicht. Sie muss die Lagerung in dem geerbten Schrank ablehnen.

Mit einem Trick, der allerdings noch zu Lebzeiten angewendet werden muss, kann man den schönen B-Schrank aber dennoch nach dem Ableben vererben und zur weiteren Nutzung zur Verfügung stellen:

Abschnitt 5 §13 AWaffV regelt die Aufbewahrung von Waffen oder Munition. In Absatz 8 heißt es: “Die gemeinschaftliche Aufbewahrung von Waffen oder Munition durch berechtigte Personen, die in einer häuslichen Gemeinschaft leben, ist zulässig.”

Nähere Ausführungsbestimmungen zur gemeinsamen Aufbewahrung i.S. des §36 WaffG i.V.m. &13 AWaffV findet man dann in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz (WaffVwV). Dort heißt es in Nr. 36.2.14 zu §36 WaffG: “Der Begriff „häusliche Gemeinschaft“ in § 13 Absatz 10 AWaffV ist so auszulegen, dass neben dem Normalfall des gemeinsamen Bewohnens eines Hauses oder einer Wohnung durch nahe Familienangehörige auch Fälle von Studenten, Wehrpflichtigen, Wochenendheimfahrern etc. als in häuslicher Gemeinschaft Lebende anzusehen sind. Dies gilt auch, wenn ein naher Angehöriger in gewissen Abständen das Familienheim aufsucht und eine jederzeitige Zutrittsmöglichkeit besitzt. Der Begriff „berechtigte Personen“ begrenzt die Statthaftigkeit der gemeinschaftlichen Aufbewahrung und des damit eingeräumten gemeinschaftlichen Zugriffs auf solche Personen, die grundsätzlich die Berechtigung zum Erwerb und Besitz von solchen Waffen haben, die gemeinschaftlich aufbewahrt werden. Alle auf die jeweilige Waffe Zugriffsberechtigten müssen also das gleiche Erlaubnisniveau aufweisen. Zulässig ist die gemeinschaftliche Aufbewahrung von Kurzwaffen z.B., wenn ein Aufbewahrer Jäger, der andere Sportschütze ist. Nicht zulässig ist die gemeinschaftliche Aufbewahrung, wenn ein Nichtberechtigter Zugriff auf Schusswaffen erhält (z.B. Inhaber eines Reizstoffsprühgeräts, einer SRS-Waffe oder einer erlaubnispflichtigen Signalwaffe auf Jagdwaffen oder Sportpistolen).”

Genau hier setzt der Trick an. Wenn man einem nahen Angehörigen einen Schlüssel für den Waffenschrank gibt und die gemeinsame Aufbewahrung entweder schriftlich fixiert oder, noch besser, der Waffenbehörde mitteilt. Dann darf der Schrank von eben diesem Angehörigen nach dem Ableben des Eigentümers weiter genutzt werden. Hier besteht ja dann die Altbestandsregelung und es handelt sich nicht um eine Neuzulassung. Interessanter Weise sind “Angehörige” im BGB nicht definiert. Wenn man aber die Definition auf dem Verwaltungsrecht (§ 20 VwVfG) zugrunde legt betrifft das einen relativ weit gefassten Personenkreis.

Jäger verstorben: Was passiert mit den Waffen?

Wenn ein Partner, ein Elternteil oder gar ein Kind stirbt gibt es unter den Angehörigen und Erben zumeist Ratlosigkeit, wie der Nachlass konkret abzuwickeln ist. Das gilt ganz besonders, wenn der verstorbene Waffen besessen hat.

Im Fall, der mich zu diesem Beitrag bewogen hat, ist ein guter Freund gestorben. Er war Jäger und Pächter. Seine Frau ist keine Waffenbesitzerin. Im Familienkreis ist nur der Schwiegersohn Waffenbesitzer. Die Witwe war nun, nur einen Tag nach dem Versterben ihres Mannes, in höchster Sorge was mit den Waffen wird. Sie hatte nie Zugriff auf den Waffenschrank. Ihr Mann hat den Schlüssel immer am Körper getragen und nun ist dieser Schlüssel plötzlich in ihren Händen. Das ist doch Illegal, oder?

Anders als in vielen Fällen zeigt der Gesetzgeber, bezüglich des Waffenrechts, hier geradezu menschliche Züge und räumt großzügige Fristen ein. Als erstes muss man die Begrifflichkeiten “Eigentümer” und “Besitzer” der Waffen voneinander trennen. Eigentümer ist die Person, der eine Sache (ein Gut) rechtlich zuzuordnen ist. Der Besitz ist in den §§ 854 ff. BGB geregelt. Nach § 854 Absatz 1 BGB ist der Besitz die von einem natürlichen Besitzwillen getragene tatsächliche Sachherrschaft einer Person (unmittelbarer Besitzer) über eine Sache (Waffe). Um Besitzer einer Waffe zu sein muss man zum Besitz berechtigt sein (und eine WBK haben). Der Besitz von Waffen ist für Jäger in §13 WaffG geregelt. Waffen gehen im Erbfall als Teil des Nachlasses auf den (oder die) Erben über. Dabei werden die Erben zugleich Eigentümer und Besitzer der Waffen.

Wenn unter den Erben jemand ist, der eine Erwerbsberechtigung besitzt können die Waffen direkt auf dessen WBK umgetragen werden. Ist das, wie in unserem Fall, nicht so greift §20 WaffG. Hier ist folgendes geregelt:

  1. Der Erbe kann eine Erbschafts-WBK beantragen. Hierfür sieht das Gesetzt eine Frist von einem Monat nach der Annahme der Erbschaft oder dem Ablauf der für die Ausschlagung der Erbschaft vorgeschriebenen Frist beantragen. Die Frist für die Annahme oder die Ausschlagung der Erbschaft beträgt in der Regel 6 Wochen ab Kenntnis des Erbfalls. Der Erbe hat also 10 Wochen Zeit die WBK zu beantragen und die Waffen umtragen zu lassen.
  2. Hierfür muss nur die persönliche Eignung gem. §§ 5 und 6 WaffG nachgewiesen werden. Ein Bedürfnis (wie z.B. ein Jagdschein) ist nicht nachzuweisen.
  3. § 20 Abs. 3 WaffG regelt den Umgang mit dem Bedürfnis des Erben. Wenn der Erbe kein Bedürfnis zum Besitz einer Waffe hat müssen die Schusswaffen durch ein, dem Stand der Technik entsprechendes, Blockiersystem gesichert werden und erlaubnispflichtige Munition binnen angemessener Frist unbrauchbar gemacht oder einem Berechtigten überlassen werden.

Die angemessene Frist ist hier nicht näher definiert. Sie wird von der Waffenbehörde genannt.

Zurück zu unserem Fall: Der Schwiegersohn ist zum Besitz der Waffen berechtigt. Allerdings gehört er nicht zum Kreis der Erben da er kein direkter Angehöriger ist. Diese Tatsache ist der Waffenbehörde egal. Die Waffenbehörde hat ein Interesse daran, dass Schusswaffen nur in den Händen von berechtigten Personen sind und wird die Waffen des Verstorbenen ohne Probleme auf den Schwiegersohn umtragen. Wenn die Witwe dem Schwiegersohn eine Vollmacht gibt kann dieser auch dafür sorgen, dass die Waffen von der WBK des Verstorbenen gestrichen werden. Der Umweg über die Erbschafts-WBK ist in diesem Fall nicht unbedingt erforderlich.