Rätselhafte Hundekrankheit – erster Fall in Schleswig-Holstein

Bad Oldesloe – Bei einem verstorbenen Hund aus Bad Oldesloe wurden nach einem Bericht der „Lübecker Nachrichten“ unter anderem das Bakterium Providencia alcalifaciens gefunden. Diese Bakterien haben mutmaßlich auch die Erkrankung vieler Hunde in Norwegen ausgelöst. In Skandinavien leiden vermutlich mindestens 200 Tiere unter einer mysteriösen Krankheit. Mehr als 25 Hunde sind nach aktuellen Angaben bereits an der Infektion verstorben.

Zahl der Jäger auf Rekordhoch

Das deutsche Online-Portal für Statistik, die Firma Statista GmbH, veröffentlichte gestern, am 12. 9. 2019, die aktuelle Statistik zur Zahl der beantragten Jahresjagdscheine:


Quelle: Statista

Laut Angaben des Deutschen Jagdverbands gab es im vergangenen Jagdjahr 2017/18 hierzulande rund 384.430 Jagdscheininhaber – so viele wie noch nie. In den vergangenen zehn Jahren sind rund 35.000 neue Jäger hinzugekommen, wie die Statista-Grafik zeigt. Die Kosten für einen Jahresjagdschein variieren je nach Bundesland und schwanken von 45 Euro bei uns in Niedersachsen bis zu 109,70 Euro in Hamburg.

Umfassende Unterstützung der Europaabgeordneten für die interfraktionellen Arbeitsgruppe “Biodiversität, Jagd, Landschaft”

Brüssel, den 12. September 2019 – Am 10. September haben 50 Abgeordnete des Europäischen Parlaments von sieben verschiedenen Fraktionen zugesagt, die Wiedereinführung der interfraktionellen Arbeitsgruppe “Biodiversität, Jagd, Landschaft” zu unterstützen. Seit ihrer ersten Gründung im Jahr 1985 hat diese interfraktionellen Arbeitsgruppe als wichtigste Plattform für Interessengruppen im Europäischen Parlament gedient. Sie ermöglicht eine offene, politikübergreifende Zusammenarbeit und Diskussionsmöglichkeit zwischen Entscheidungsträgern, Zivilgesellschaft und Experten.

Auf der, von der Europäischen Föderation für Jagd und Naturschutz (European Federation for Hunting and Conservation – FACE) und der Europäischen Grundbesitzervereinigung (European Landowners’ Organization – ELO) organisierten Veranstaltung “Dialog über die Zukunft des ländlichen Raums in Europa” wurde die Grundlegende Rolle der ländlichen Akteure und die sozioökonomische Bedeutung der ländlichen Aktivitäten bestätigt. Der frühere Präsident der Arbeitsgruppe, Karl-Heinz Florenz, eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Europaabgeordneten und die Vertreter aller großen europäischen Jagdverbände und Grundbesitzerverbände. Er betonte die Bedeutung der Fortführung der Arbeitsgruppe und die historisch bedeutenden Beiträge zur politischen Tagesordnung während der vorangegangenen Wahlperiode.

Torbjörn Larsson, Präsident von FACE, erklärte: “Europa steht vor vielen Herausforderungen in Bezug auf die Artenvielfalt, nachhaltige Landnutzung und Wildtierbewirtschaftung sowie Klimawandel. Jäger und ländliche Akteure sind Schlüsselfiguren für die Umsetzung einer erfolgreichen Umweltpolitik. Wir brauchen eine Plattform, um Sondermaßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und zur Sicherung einer lebendigen Landschaft erörtern “.

Alain Scriban, Sonderberater von ELO, erklärte: “Wir müssen zum Aufbau- und Erhalt einer ehrgeizige Agenda für Biodiversität und ländliche Entwicklung beitragen. In diesem Zusammenhang wird die Arbeitsgruppe ‘Biodiversität, Jagd, Landschaft’ einen fruchtbaren Dialog zwischen allen verantwortlichen Partnern ermöglichen. Die Gruppe war und ist eine unschätzbare Plattform, die auf EU-Ebene einzigartig ist. Sie nimmt dringende multifaktorielle Fragen und Antworten in Bezug auf Artenvielfalt, Landwirtschaft, Umwelt, Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und
Klimawandel in einer ganzheitlichen und konkreten Sichtweise vorweg“.


Diese 50 Abgeordneten des Europäischen Parlaments stellen knapp 7% der insgesamt 751 Abgeordneten dar. Tatsächlich ist das im Europäischen Parlament eine große Zustimmung.

Borkenkäfer: Erkennen, Melden und Bekämpfen

Die Bekämpfung von Borkenkäfern stellt derzeit eine besondere Herausforderung für die deutsche Forstwirtschaft dar. Auch in 2019 werden wieder erhebliche Schäden durch den Borkenkäfer erwartet.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat in Zusammenarbeit mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt die App „WaldKat mobile“ entwickelt. Mit der App können Schäden im niedersächsischen Privatwald aufgenommen und gemeldet werden. Die von der App gewonnenen Daten werden zunächst an die WaldKat web Plattform der Landwirtschaftskammer Niedersachsen geschickt. Auf diese Plattform haben nur die forstlichen Kammermitarbeiter Zugriff. Erst nach Bestätigung der Meldungen werden die Daten in das Waldschutz-Meldeportal eingestellt. Die App richtet sich in erster Linie an forstlichen Dienststellen der Landwirtschaftskammer und deren Mitarbeiter.

Beste Bedingungen für den Käfer

Im vergangenen Jahr hatten die Schädlinge so gute Bedingungen, dass es drei statt der üblichen zwei Fortpflanzungszyklen gab. Der Aufbau strukturierter, vielfältiger und stabiler Mischbestände in der Waldwirtschaft kann die Ausbreitung des Schädlings zwar mindern, die Realität sieht aber meist anders aus. Große Kulturen, ausschließlich mit Nadelhölzern fördern die Ausbreitung des Käfers. Der Aufwand bruttaugliches Material schnell aus dem Wald zu bringen bzw. es so zu behandeln, dass es seine Brutraumeigenschaft verliert, zum Beispiel durch die Entrindung von Baumstämmen, ist zeitaufwändig und somit teuer. In den Wäldern bleibt Sturmholz oft (zu mindestens teilweise) liegen weil es unwirtschaftlich ist es zu verarbeiten. Zusammen mit der warmen und trockenen Witterung sind das beste Bedingungen für Holz- und Rindenbrütende Käferarten.

Derzeitige Bekämpfung in Deutschland

In Deutschland sind derzeit 26 Insektizide in der Forstwirtschaft zugelassen. Sie basieren hauptsächlich auf Cyhalothrinen, Tebufenozid und dem Bacillus thuringensis aizawai. Die meisten Zulassungen laufen dieses oder nächstes Jahr aus (siehe www.bvl.bund.de/psmstatistiken). Insektizide mit Pyrethroidwirkstoffen (Cypermethrin, alpha-Cypermethrin und lambda-Cyhalothrin) sowie Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Pirimicarb sind Breitbandinsektizide. Sie sind Fraßgifte und wirken nicht selektiv. Pyrethroide haben eine sehr hohe Toxizität gegenüber Gewässerorganismen (z. B. Algen, Fische und Fischnährtiere). Breitbandinsektizide mit den Wirkstoffen alpha-Cypermethrin oder Cypermethrin wurden grundsätzlich als bienengefährlich und als schädigend für Populationen relevanter Nutzorganismen eingestuft. Das Bacillus thuringensis aizawai wird als weniger schädlich für den Naturhaushalt eingestuft.

Aus Sicht des Jägers

ist der Einsatz von “nicht Selektiven” Insektiziden grundsätzlich schon umstritten, wenn sie dabei dann noch hoch giftigen sind ist ihr Einsatz nicht sinnvoll und gefährlich. Jedes nicht selektive Insektizid wirkt auch auf nützliche Arten und indirekt auch auf Säugetiere und den Menschen. Auch wenn man beim Spritzen aus der Luft Abstand von Gewässern halten muss kann doch nicht ausgeschlossen werden, dass Gewässerorganismen geschädigt werden.

Vor ein paar Wochen hatte ich das Vergnügen mit ein paar richtig verrückten DDR-Agrarflieger Veteranen zusammen zu sitzen. Diese Begeisterung für die Flugzeuge, das Fliegen und das Spritzen. Einfach unglaublich! Einer dieser tollkühnen Piloten erzählte beiläufig, dass er auf einer Versuchsfläche ein neues Mittel versprüht hat. Es soll gegen Borkenkäfer helfen und aus Pflanzenextrakten hergestellt sein. Erst im Nachhinein hat sich diese Information in meinen “grauen Zellen” festgesetzt und ich habe angefangen zu recherchieren.

Es gibt etwas Neues

Das Mittel heißt DEON gegen Borkenkäfer. Eigentlich wurde es für den Gartenbau entwickelt. Das Mittel beeinflusst die Wirkung enzymatischer Prozesse auf dem Chitinpanzer von Borkenkäfern. Der Chitinpanzer des Käfers wird auf diese Weise irreversibel geschädigt. DEON regt die natürliche Bildung von Alkaloiden in Blüten und Blättern einer Pflanze an und stärkt damit das Immunsystem gegen Schädlinge, Schimmelpilze und Pilze. Es wirkt also nicht nur direkt gegen die Käfer, sondern gibt den Pflanzen auch Hilfe zur Selbsthilfe. Das Mittel kann nicht nur im Frühjahr eingesetzt werden. Auch der Einsatz im Herbst hat sich bewährt, da es über die Schädigung des Chitinpanzers zu einem erhöhten Wintersterben kommt. Eine weitere Bekämpfung erfolgt dann Anfang Mai des nächsten Jahres. Die adulten Formen nehmen den Wirkstoff mit in die Rammel-Kammern. So wird der Nachwuchs schon vor dem Ausfliegen geschädigt. Versuche in Gewächshäusern haben gezeigt, dass die Sterblichkeitsrate bei bestäubenden Insekten nicht steigt.

Da es sich um einen Pflanzenextrakt handelt, der aus 100% natürlichen und biologischen Bestandteilen besteht, ist DEON nicht kennzeichnungspflichtig nach Gefahrstoff- und CLP-Verordnung und zu 100 % biologisch abbaubar.

Vielleicht kann auch die Feuerwehr helfen?

Bei einer Verdünnung von 1:5000 mit Wasser im direkten Einsatz kann ich mir vorstellen, dass die Feuerwehr mit ihrer Werfer-Technik helfen kann.

Wer Interesse an weiterführenden Informationen hat kann sich gern bei mir melden. Ich versuche gerade einen direkten Kontakt zum Hersteller und zum deutschen Vertrieb aufzubauen.

Sauer S404 „Fendt 1050 Vario“ Edition – Eine Kapitalanlage?

Eine Waffe als Kapitalanlage? Kann das funktionieren?
Bietet man auf eine Waffe um das Projekt DJV-Projekt „Netzwerk Lebensraum Feldflur“ zu unterstützen?
Oder ist diese Waffe einfach nur so ungewöhnlich und einzigartig, dass man sie einfach haben muss?

Die Auktion der Sauer S404 „Fendt 1050 Vario“ Edition wurde jetzt schon mehr als 105.000 Mal aufgerufen. Es gibt 82 Gebote und der Preis liegt, weniger als eine Woche vor Ablauf der Auktion, bei über 15.000 Euro.

Zugegeben, die Waffe ist ungewöhnlich und einzigartig:

und offensichtlich schießt sie auch gut:

Wie viele kleine Spielzeugtrecker für dieses Video wohl zerschossen wurde bis das 1 Euro Stück am oberen Rand getroffen wurde?

Ich bin gespannt auf den endgültigen Verkaufspreis. Nutznießer ist auf jeden Fall der DJV und die Auktionsplattform.

Brutvogelerfassung im Amt Neuhaus ist abgeschlossen

Zwischen April und dem vergangenen Freitag hat der Diplom Biologe, Herr Laske, im Auftrag der staatlichen Vogelschutzwarte im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Brutbestandserfassungen unserer Vogelwelt durchgeführt. Wir liegen im EU-Vogelschutzgebiet V37 Mittelelbe. Das Monitoring in den NATURA 2000 Gebieten soll unter anderem darüber Aufschluss geben ob die Qualität der Kulturlandschaft den Anforderungen der brütenden Vögel entspricht und wie sich die Zahl der Brutpaare entwickelt.

Das Monitoring-Gebiet ist auf dieser Karte zusehen. Zuletzt war Herr Laske im Bereich Neuhäuser Marsch / Dellien unterwegs.

Nähere Informationen, sowie Fragen und Antworten zu NATURA 2000 stellt die EU auf dieser Seite bereit.

Nächstes Jahr bekommen wir die Karte rechtzeitig vor der Zählung, so dass der Hegering vorab darüber informieren kann, dass sich Fremde Personen und Fahrzeuge im Revier aufhalten.

Brandenburg: Kampf gegen Wildschweine im Dorf geht weiter

Die oberste Jagdbehörde Brandenburgs hat zusammen mit den Bürgermeistern der Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow, mit der Wildökologischen Forschungsstelle Eberswalde und den örtlichen Jagdpächtern eine Gesprächsrunde eröffnet.

Wildschweine sorgen in den beiden Gemeinden immer wieder für Aufsehen. Deutschlandweit wurden in den sozialen Medien Bilder und Videos von großen Rotten gezeigt, die sich in aller Ruhe durch die Ortschaft bewegen und teilweise Schäden anrichten.

Die Jagd mit Pfeil und Bogen per Ausnahmegenehmigung ist vom Tisch. Nachdem die wichtigste Voraussetzung für die Genehmigung dieses Pilotprojekts fehlte, nämlich die Begleitung des Projektes durch eine wissenschaftliche Einrichtung, musste die OJB den Antrag ablehnen. Der Einsatz von Schusswaffen in bewohnten Gebieten bedarf immer einer Ausnahmegenehmigung und ist nur mit Einschränkungen möglich. Lärmbelästigung und Gefährdung von Leben und Eigentum ist der begrenzende Faktor. Jetzt sollen neue Wege gegangen werden:

  • Es soll in einer Situationsanalyse geklärt werden wo eine Bejagung möglich ist.
  • Weitere Jagdmethoden sollen geprüft werden.
  • Der Einsatz von “modifizierter Munition” für kurze Schussdistanzen und Schalldämpfern soll geprüft werden.

Wird man den einen “Rambo” finden, der eine Bache mit der Saufeder aus einer Rotte heraus erlegen möchte? Vielleicht.

Potsdamer neuste Nachrichten berichtete schon 2009 in einem Artikel über die Wildschweinplage. Da ist es zehn Jahre später sicher an der Zeit sich Gedanken über die Situation zu machen und zu überlegen wo überhaupt eine Bejagung möglich ist.

Für mich, als Ballistik- und Feuerwaffenexperten, ist die “modifizierte Munition” besonders interessant. Ich frage mich, was der Arbeitskreis erreichen will. Möchte man den Lärm durch die Schüsse reduzieren oder will man die Gefahr durch Querschläger vermindern?

Querschläger kann man effektiv durch sogenannte “Sintergeschosse” vermindern. Feinkörniges Metallpulver wird unter hohem Druck erhitzt, so wird das Geschoss geformt. Sintergeschosse zerbröseln beim Auftreffen auf harte Oberflächen in kleine Bestandteile. Es gibt aber zwei Probleme: 1. Zugelassene Geschosse gibt es nur in Kurzwaffenkalibern und 2. Ist das Blatt oder der Schädel eines Wildschweins zu hart für so ein Geschoss? Mit der Kurzwaffe im Ort Wildschweine erlegen? Das ist dann auch keine Jagd mehr sondern einfach nur noch Schädlingsbekämpfung. Die Genehmigung eines Schalldämpfers für eine Kurzwaffe dürfte in Deutschland zu einer großen Hürde werden.

Wenn es nur um die Reduzierung des Lärms geht ist die Langwaffe mit reduzierter Pulverladung optimal. Den Knall der expandierenden Pulverdämpfe an der Mündung kann man prima mit einem Schalldämpfer reduzieren. Den Überschallknall kann man nur durch ein langsam fliegendes Geschoss vermeiden. Der Schuss mit sogenannter Unterschallmunition ist nicht viel lauter als kräftiges Händeklatschen. Der Nachteil ist, dass die Energie des Geschosses erheblich abnimmt. Die Querschläger-Gefahr kann mit Unterschallmunition nicht gebannt werden.

Wie man sich auch dreht und wendet. Die Jagd in besiedelten Bereichen ist gefährlich und nur etwas für einen Fachmann. Unfälle und Schäden sind nicht auszuschließen und die Frage der Haftung muss vorher geklärt werden.

Erster ASP Fall in Deutschland?

Am vergangenen Sonntag (23. Juni) wurde am Strand bei Zinnowitz ein totes Wildschwein angeschwemmt.

Eine Urlauberin informierte die Kurverwaltung, die sich wiederum nicht zuständig fühlte. Der Bürgermeister wurde informiert, der informierte den Bauhof und dieser wiederum den örtlichen Jäger. Das ist die normale “Meldekette” im Fall eines Stückes Fallwild.

Der Jäger hat das verendete Stück dann abgeholt und entsorgt.

So sollte es eigentlich nicht laufen! Schwarzwild kann recht gut schwimmen und so müsste man sich fragen, warum das Stück verendet ist und angeschwemmt wurde. In Polen sind im Juni wieder drei neue ASP Fälle gemeldet worden. Fallwild (Schwarzwild) mit unklarer Todesursache sollte, in Zeiten der näher rückenden Afrikanischen Schweinepest, der zuständigen Behörde gemeldet werden. Geeignete Proben (vor allem Blut, Lymphknoten, Milz, Lunge) sollten amtlich untersucht werden um die Todesursache abzuklären.

Insbesondere ein (zu flach) vergrabener Kadaver kann zur Verbreitung der ASP beitragen da austretende Körperflüssigkeiten mit dem Virus kontaminiert sind und von anderen Tieren weiter getragen werden. Wir Jäger können maßgeblich dazu beitragen die Seuche zu stoppen. Ignoranz hilft hier gar nicht!

Das Friedrich Löffler Institut informiert: ASP Erkennung beim Schwarzwild