Niedersächsische Jagdzeiten werden angepasst

Das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz informiert, dass die Jagdzeiten werden angepasst werden:

Die Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes wurde angepasst. Das Landwirtschaftsministerium teilte mit, dass durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Ostdeutschland nicht nur alle Jagdmethoden sondern auch neue Hilfsmittel zur Reduzierung der Schwarzwildbestände zur Anwendung kommen müssen. Da auch weniger Schalenwilddrückjagden wegen der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie stattgefunden haben, wird nun auch die Nachtzieltechnik für eine intensive Schwarzwildbejagung freigegeben.

Die klimaangepasste Wiederbewaldung und der Waldumbau erfordern eine Regulierung der Schalenwildbestände auf ein tragfähiges Niveau. Mit Beginn der Jagdzeit am 1. April können bereits einjähriges Reh-, Rot- und Damwild sowie ältere Rehböcke vor Beginn der Vegetationszeit bejagt werden.

Die Jagdzeiten auf Wasserfederwildarten sind auf Grund ihres guten Erhaltungszustandes angepasst worden.

Die Bestände der Nonnengans sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen, so dass die hier brütende Population Jagdzeiten erhalten hat und der ziehende Teil der Population zur Abwendung erheblicher Schäden an Kulturen unter streng überwachten Bedingungen außerhalb der Vogelschutzgebiete erlegt werden dürfen.

Eine Übersicht der aktuellen Jagdzeiten in Niedersachsen finden Sie hier: Gesetze und andere Bestimmungen rund um das Thema Jagd und Jäger

Fleisch aus dem 3D Drucker?

Die Wirtschaftswoche berichtete vergangene Woche in einem Artikel, dass Fleisch aus dem 3D Drucker noch im ersten Halbjahr 2021 in deutsche Restaurants kommen wird.

Das israelische Start-up Redefine Meat erzeugt aus rein pflanzlichen Rohstoffen “Fleisch” das mithilfe eines eigens entwickelten 3D Druckers in Form gebracht wird.

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür weniger oder gar kein Fleisch mehr zu essen. Die einen aus ethischen Gründen, die anderen um das Weltklima zu schützen (verschiedenen Studien attestieren der industriellen Fleischproduktion eine der größten Treiber des Klimawandels zu sein) und weitere aus Angst Krankheiten wie z.B. Darmkrebs mit zu hohem Fleischkonsum zu begünstigen. Die von Redefine Meat entwickelte Fleischalternative wird aus pflanzlichen Rohstoffen gedruckt und soll durch dieses spezielle Herstellungsverfahren die Fett- und Muskelstruktur von echtem Fleisch gut nachbilden. Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten, meist Hackfleisch oder kleine Fleischstücke, kann Redefine Meat laut Unternehmensangaben auch Steaks “drucken”. Bei einem Praxistest in Tel Aviv hielten laut Redefine-Meat-Gründer Ben-Shitrit 90% der Kunden die Fleischalternative für gewöhnliches Fleisch.

Hier in diesem Youtube-Video ist der Druckprozess zu sehen.

Ist das die Zukunft oder ist Wildfleisch vom Jäger aus der Region die bessere Alternative zur industriellen Fleischerzeugung?

Zoonosen und deren Pandemiepotenzial

Zoonosen sind von Bakterien, Parasiten, Pilzen, Prionen oder Viren verursachte Infektionskrankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können. Der Begriff Zoonose kommt aus dem Griechischen. Er leitet sich von den Wörtern zoon (Lebewesen) und nosos (Krankheit) ab. Innerhalb dieses Oberbegriffs ist – je nach der Richtung der Übertragung – zwischen folgenden Unterbegriffen zu differenzieren: Bei Zooanthroponosen werden Erreger überwiegend vom Tier auf den Menschen übertragen, während Anthropozoonosen dadurch gekennzeichnet sind, dass die Übertragung überwiegend vom Menschen auf Tiere stattfindet. Bei Amphixenosen hingegen erfolgt die Übertragung wechselseitig.

Zoonosen können auf unterschiedliche Weise übertragen werden, so etwa durch Schmierinfektionen, Bissverletzungen, sowie über tierische Nahrungsmittel (z. B. Fleisch, Milch, Eier) und Mücken oder Zecken. Letztere fungieren als sogenannte Vektoren als Überträger eines Krankheitserregers von einem Organismus auf einen anderen.

Im Grunde sind fast alle neuen Erkrankungen der letzten Jahre, aber auch viele aktuelle Infektionskrankheiten Zoonosen. Einem 2020 erschienenen Bericht des Weltbiodiversitätsrats (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services – IPBES) zufolge trifft dies auf die Mehrheit (70 Prozent) aller neu auftretenden Krankheiten sowie auf fast alle bekannten Pandemien zu. Auch bei der durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelösten Krankheit COVID-19 handelt es sich um eine Zoonose. Forscherinnen und Forscher gehen bislang davon aus, dass die
Übertragung von einem Wildtier (vermutlich einer Fledermausart) – ggf. mit einem weiteren Zwischenwirt in der Infektionskette – erfolgt ist.

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat diese Begriffsdefinitionen, einen historischen Überblich und eine Einschätzung des Pandemiepotenzial von Zoonosen in diesem Dokument sehr gut verständlich erläutert.

Hegeringschießen am 15. August

Der Schießstand in Püttelkow ist wieder geöffnet, so dass das Hegeringschießen am 15. August stattfinden kann. Sollte die Waldbrand-Warnstufe noch erhöht werden muss der Stand wieder schließen. Für den Fall informieren wir euch natürlich sofort hier.

Ich hoffe auf eine große Teilnehmerzahl.

Anmeldung wie immer an unseren Schießobmann Torsten Lang-Herfurth.

BKA veröffentlicht “Merkblatt zu Nachtsichtvor- und Nachtsichtaufsätzen”

Das „Merkblatt zu Nachtsichtvor- und Nachtsichtaufsätzen“ des BKA wird in den einschlägigen Foren der Jagdzeitschriften und in den sozialen Medien schon seit gut einer Woche diskutiert. Da das Dokument aber weder Aktenzeichen noch Datum oder andere Angaben zum Sachstand enthält war ich zunächst skeptisch und habe das BKA gebeten die Authentizität zu bestätigen. Die Antwort liegt nun vor und ich möchte das Dokument bzw. die Bedeutung für uns Jäger gern kurz erläutern:

Eingangs wird die Anlage 2 zum Waffengesetz zitiert und damit schon einmal von vorn herein klar gemacht, dass Nachtsichtgeräte und Nachtzielgeräte mit Montagevorrichtung für Schusswaffen weiterhin verbotene Gegenstände sind!

Auf die waffenrechtliche Ausnahme für Jäger wird erst nach der Definition der einzelnen Geräte und deren zugrundeliegender Technik eingegangen.

Der Jäger darf für jagdliche Zwecke Umgang mit Nachtsichtvorsätzen und Nachtsichtaufsätzen haben. Das sind Geräte, die kein eigenes Absehen haben.

Jagdliche Zwecke sind:
1. die unmittelbare Jagdausübung.
2. das jagdliche Übungsschießen.

Nachzielgeräte, also Geräte mit eingebautem Zielhilfsmittel (z.B. Absehen) die zur Montage auf Schusswaffen bestimmt sind, bleiben weiterhin verboten!

Wie beim Besitz und Erwerb von Munition ist der gültige Jagdschein Voraussetzung für den Umgang mit diesen Geräten. Beim Überlassen eines solchen Gerätes ist der Jagdschein stets zu prüfen.

Jagdrechtliche Verbote oder Beschränkungen der Nutzung von Nachtsichtvorsatzgeräten und Nachtsichtaufsätzen bleiben bestehen. Die Jagdausübung ist nicht in allen Bundesländern erlaubt und auf bestimmte Wildarten beschränkt.

Download Merkblatt

Entschließung des Bundesrates: Erweiterung der tierschutzgerechten Weideschlachtung

Die Weideschlachtung ist auch bei uns in der Region ein viel diskutiertes Thema, dass zunehmendes Interesse bei Landwirten und Verbrauchern erfährt. Nun hat der Bundesrat in seiner 990. Sitzung am 5. Juni 2020 beschlossen die tierschutzgerechten Weideschlachtung zu fördern und fordert die Bundesregierung auf das Thema auf die Agenda zu nehmen. Das Engagement wird damit begründet, dass die Weideschlachtung in vertrauter Umgebung stattfindet und der oft lange Lebend-Transport der Tiere in die Schlachtbetriebe entfällt. So ist die Schlachtung besonders tierschonend, was sich auch positiv auf die Fleischqualität auswirkt.

Folgendes wird unterstützt:

  • Die Möglichkeit der Schlachtung im Haltungsbetrieb soll auf die Tierart Schwein erweitert werden. Bislang ist die Weideschlachtung nur für Rinder erlaubt.
  • Die Erlaubnis zur Weideschlachtung soll auch auf saisonal unter extensiven Bedingungen im Freiland gehaltene Rinder und Schweine erweitert werden.
  • Man möchte Fördermöglichkeiten für Investitionen im Rahmen der Weideschlachtung schaffen.
  • Die Weideschlachtung soll auf EU-Ebene anerkannt werden.

Der Beschluss ist in der Drucksache 94/20 des Bundesrates nachzulesen.

Stoppt die Reisebeschränkung auch die ASP?

Reisen zwischen Polen und Deutschland sind zu Zeiten von COVID-19 kaum möglich. Beide Regierungen verbieten den Reiseverkehr um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Offenbar hält sich auch das Schwarzwild an dieses Verbot die polnisch-deutsche Grenze zu überschreiten, oder?

TopAgrar meldete gestern, dass innerhalb nur einer Woche 50 an ASP verendete Wildschweine in Polen gefunden wurden.

Von dem, im Probst Jesar See verendeten Wildschwein gibt es bislang keine Neuigkeiten über das Untersuchungsergebnis. Eine Nachfrage beim Ordnungsamt im Lübtheen wurde nicht beantwortet. Das Schwein wurde von Mitarbeitern der Stadtverwaltung verendet aus dem See gezogen nachdem Anwohner gemeldet hatten, dass ein Wildschwein mit ungewöhnlichen Schwimmbewegungen im See unterwegs ist. Uns wurde berichtet, dass das Schwein während der Rettungsaktion noch am Leben war, aber innerhalb kürzester Zeit immer schwächer wurde und dann nur noch tot geborgen werden konnte.

SIG Sauer: Insolvenz nach 150 Jahren in Eckernförde

Der traditionsreiche Waffenhersteller SIG Sauer hat gestern Insolvenz für den Standort Eckernförde angemeldet. Vermutlich zum Jahresende wird der Betrieb eingestellt. Davon werden 130 Mitarbeiter betroffen sein. Nach Angaben des Geschäftsführers hat die Firma im vergangenen Jahr nur 20.000 Waffen produziert. In diesem Jahr ist der Umsatz weiter eingebrochen. Als Gründe werden die Corona-Krise, die immer stärkere Regulierung des Waffenmarktes und Deutschland und das Ausbleiben von Großaufträgen für Bundeswehr und Polizei genannt. Auch die Nachfrage nach Sport- und Jagdwaffen ist deutlich gesunken. Tatsache ist aber auch, dass es in den Vergangenen Jahren immer wieder staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen SIG Sauer gab, weil Waffen in Ländern aufgetaucht sind in die Exportverbote bestehen.

Auch für das Bundesland Schleswig-Holstein dürfte die Schließung ein harter Schlag sein. Im Februar diesen Jahres hatte das Beschussamt seine Außenstelle in Eckernförde nach aufwändiger Modernisierung und Investitionen von über 400.000 Euro wieder eröffnet. Ob die Beschussstelle, die auf dem Gelände von SIG Sauer ist, weiter betrieben wird, ist mit der Insolvenz von SIG Sauer auch unklar.

Was ist eigentlich das nationale Waffenregister?

Vermutlich jeder der rund 1,6 Millionen legalen Waffenbesitzer in Deutschland hat schon einmal etwas vom nationalen Waffenregister, dem NWR gehört. Aber was ist das eigentlich genau und was wird da gemacht und gespeichert?

Ich erinnere mich noch wie heute: 1987 habe ich mein erstes Auto angemeldet und ein Kennzeichen zugeteilt bekommen. Ich hatte damals schon 12 Jahre lang mit Computern gebastelt und komme als 18-Jähriger in diese Halle in Hamburg wo alle Fahrzeuge ihre Karteikarte hatten. Ein riesiger Raum mit kistenartigen Maschinen in denen Register mit Karteikartenkästen hingen und hunderte von Knöpfen. Ich war damals beeindruckt wie schnell die Karte meines Gebrauchtwagens gefunden war, um dann handschriftlich meinen Namen dort einzutragen. Toll und gleichzeitig unglaublich denn die relationale Datenbank wurde doch schon 1970 von IBM erfunden.

Was hat das denn nun mit dem nationalen Waffenregister (NWR) zu tun? Was mir 1987 unglaublich rückständig erschien war bis 2012 bei den seinerzeit 551 deutschen Waffenbehörden gängige Praxis. Waffen wurden lokal von den vielen Waffenbehörden registriert. Eine Abstimmung oder einen Austausch zwischen den Behörden fand turnusmäßig nicht statt. Ein Beispiel aus der Praxis der Ermittlungsbehörden: Als die 9-fache Mordwaffe der NSU, eine Česká 83 Pistole, sichergestellt wurde musste der ermittelnde Staatsanwalt bei allen 551 Waffenbehörden nachfragen, ob die Waffe dort registriert ist.

Heute bildet das NWR den legalen privaten Waffenbesitz in Deutschland ab.

Erfasst werden:

  • Erlaubnispflichtigen Waffen in Deutschland
  • Daten von Erwerbern, Besitzern und Überlassern
  • Die zugrunde liegenden Erwerbs- und Besitzerlaubnisse

Das NWR ist eine Datenbank die seit 1. Januar 2013 durch das Bundesverwaltungsamt (BVA) als gesetzliche Registerbehörde betrieben wird. Mit der Einführung wurde die EU-Waffenrichtlinie 2008/51/EG schon zwei Jahre vor ihrer Frist umgesetzt. Antrieb zur schnellen Einführung des NWR gab der Anschlag von Winnenden. Die Vision war von Anfang an, den gesamten Lebenszyklus einer Waffe in einer zentralen Datenbank abzubilden wie der damalige Innenminister Friedrich am 19.11.2012 in der Tagesschau stolz verkündete.

Genau das wird das neue NWR 2.0 jetzt können.

Es nimmt seinen Gesamtbetrieb am 1. September 2020 auf. Es erfasst folgende Daten der Waffen und Waffenteile:

  • Hersteller und Zeitpunkt der Herstellung bzw. des Importes aller Waffen und wesentlichen Waffenteile (Fertigstellung)
  • Modell, Kaliber, Seriennummer, waffentechnische Ausführung, Kategorie, Waffentyp und Waffentypfeingliederung
  • Besitzerwechsel (Überlassung, Erwerb)
  • Mögliche Bearbeitungen (Austausch von Waffenteilen, Umbauten etc.)
  • Blockierung und Unbrauchbarmachung
  • Abhandenkommen

Zu den Waffenbesitzern werden Personalien und ihre Erlaubnisse sowie behördlich verhängte Waffenbesitzverbote gespeichert.

Jede Waffe bzw. jedes Waffenteil, jeder Waffenbesitzer, jede Erlaubnis und jeder Händler sowie Hersteller bekommen eine eindeutige NWR-ID (Personen-ID, Erlaubnis-ID, Waffen-ID, Händler-ID, Hersteller-ID, Waffenbehörden-ID).

Voraussetzung ist dabei, dass alle relevanten Waffendaten bereits durch die Hersteller und Waffenhändler an das NWR gemeldet werden.

Jeder Waffenbesitzer hat also mindestens zwei NWR-IDs die man auf seiner WBK findet. Oben wird die Erlaubnis-ID eingedruckt und unter dem Namen die Personen-ID.

Neben den Waffenbehörden haben Polizei, Justiz und Zoll direkten Zugriff auf die bundesweiten Daten des NWR. Insgesamt sind das fast 600 Behörden, die hoffentlich alle einen hohen Standard an IT Sicherheit umsetzen.

Wo ist der Nutzen des NWR?

Das nationalen Waffenregister hat für die Strafverfolgungsbehörden eine große Bedeutung. So kann z.B. vor einem Polizeieinsatz geklärt werden ob eine Person Waffenbesitzer ist oder ein Waffenbesitzverbot verhängt wurde. Zu jeder sichergestellten Waffe kann sofort die Kette der Vorbesitzer ermittelt werden. Ehemals legale Waffen, die z.B. durch Diebstahl oder Verlust illegal geworden sind können leichter nachverfolgt werden etc.

Die Notwendigkeit eines zentralen Registers, die bei Kraftfahrzeugen nie in Frage gestellt wurde, wird fälschlicherweise beim NWR in der Öffentlichkeit immer wieder hinterfragt.

Gibt es Gefahren?

Letzens wurde ich gefragt: „Wenn das NWR gehackt wird, dann wissen die Diebe doch wo wertvolle Waffen stehen“ – Ich denke, dass es viel gefährlicher ist, wenn Diebe wissen wo der kleine Maserati steht. Waffen sind schwer weiter zu veräußern und bringen auf dem Schwarzmarkt vergleichsweise wenig Geld.

Gehen wir in Gedanken aber noch einmal viele Schritte zurück. Zu den Karteikarten mit denen Waffen bei den Waffenbehören erfasst wurden. In einer kleinen Gemeinde übernimmt das Ordnungsamt auch die Funktion der Waffen- und Sprengstoffbehörde. Der Sachbearbeiter hat keinerlei persönlichen Kontakt zu Waffen und kennt sich auch nicht damit aus (das ist auch heute oft so). Die älteren Jäger und Sportschützen werden es noch kennen: Man ging mit seiner neu erworbenen Waffe zur Waffenbehörde, legte die Waffe in der Amtsstube auf den Tisch und sie wurde erfasst. So kommt es dann nicht selten zu Einträgen wie „KK-Gewehr – Kaliber ca. 6mm – Hersteller unbekannt – Waffennummer ohne“. Solche Einträge mussten oftmals von Hand und durch Nachfragen beim Waffenbesitzer korrigiert werden. Korrekt steht die Waffe jetzt so im NWR: „Kat.C Einzellader – Kaliber .22lr – Mauser ES 340 – Waffennummer 123456“. Die Herstellernummern (Waffennummern) waren dabei eine enorme Fehlerquelle. Es gab unglaublich viele Waffen mit der Nummer 85715. Gerade bei älteren Waffen kann man 8x57IS schon falsch deuten und so kam es zu einem unreinen Datenbestand.

Datenfehler im NWR 1.0

Im NWR mussten diese Fehler mühsam bereinigt werden. Für das NWR 2.0, in das ja auch Hersteller und Händler Waffen eintragen, wurden Mechanismen geschaffen, um Fehleingaben zu verhindern. Analog zum xKFz-Standard für das Fahrzeugregister wurde die xWaffe-Schnittstelle eingeführt. Unter https://www.xwaffe.de/ kann man sich den xWaffe-Dolmetscher anschauen und sehen, dass es nahezu unmöglich ist eine falsche Eingabe zu machen. Am deutlichsten sieht man das bei der Kalibereingabe. Gibt man z.B. „9mm Nato Parabellum“ ein wandelt der Dolmetscher das Kaliber in „9mmLuger“ um. So wird es auch in die Datenbank und die WBK Eingetragen.

Wie man sieht schließt sich der Kreis. Ab September sollen Hersteller und Händler entweder über ein automatisiertes Verfahren oder über den Webbrowser mit der sogenannten Kopfstelle des NWR in Schwerin eine Verbindung aufbauen und dort Daten eintragen. Die Kopfstelle stellt dabei die Schnittstelle zwischen dem Internet und dem Behördeninternen Netzwerk da. Die Händler dürfen aus Sicherheitsgründen keinen direkten Zugriff auf das NWR haben. Die Kopfstelle prüft die Daten auf fachliche Richtigkeit, wandelt sie in das xWaffe konforme Format und sendet sie an das NWR. Dort werden sie eingetragen und der Händler bekommt eine Rückmeldung.

Was so einfach klingt wird Hersteller und Händler noch vor Herausforderungen stellen.

Wie sieht es EU-weit aus?

Auch die anderen europäischen Staaten haben ihre jeweils eigenen nationalen Waffenregister. Zurzeit gibt es zwischen den Staaten der EU keinen Abgleich. Die Systeme sind leider sehr verschieden. Es bleibt abzuwarten wann wir ein EU-weites Waffenregister bekommen.

IWA OutdoorClassics 2020 endgültig abgesagt

Das IWA Team der Nürnberg Messe GmbH gab gestern bekannt, dass die IWA OutdoorClassics 2020 endgültig abgesagt ist. Aufgrund der Vielzahl der Messen, die in Nürnberg stattfinden und der weiterhin unsicheren Lage wird es in diesem Jahr keinen Ersatztermin geben.

Vom 12. bis 15. März 2021 findet dann die IWA OutdoorClassics 2021 statt. Vom Konzept her bleiben die Veranstalter traditionell. Die ursprünglich angedachten Publikumstage für 2021 werden nicht stattfinden. Die weitere Entwicklung der Messe wird beim “IWA Customer Circle” mit Branchenvertretern im Sommer 2020 besprochen.